DAS DOKUMENT IST DER URZUSTAND DES BILDES.

Die beharrliche Dokumentation von Ist-Zuständen und ihre Archivierung gehört zu den besonderen Merkmalen der abendländischen Kulturen und ihrer Fähigkeit, aus der Geschichte nachhaltig zu lernen. Gleichwohl entsteht durch die flächendeckende Verbreitung der Digitalkameras, die keine greifbaren Produkte hinterlassen, ein zunehmender Mangel an zeitgenössischen Bilddokumenten. Das liegt nicht an der Technik, sondern an ihrer Handhabung und ihrem Einsatz. Dem Unkundigen erscheinen unterschiedliche Dateiformate und Speichermöglichkeiten als unüberwindliche Barrieren zum langfristigen, Generationen überdauernden, Aufbewahren der Digitalisate. Entsprechende professionelle Hard- und Software hat die Industrie aber längst entwickelt und erprobt.

 

Die digitale Fotografie stellt somit durchaus ein geeignetes Instrumentarium bereit, den wachsenden Geschichtsverlust durch Bilder aufzufangen.

Momentaufnahmen, konservativ im positiven Sinn des Bewahrens, dokumentieren gewollte Entwicklung und die temporäre Wirkung von Übergangzuständen, neue oder verschwindende Blickachsen und Einblicke. Manche Veränderungen vollziehen sich allmählich und kaum spürbar, so dass ein Verlust erst im Vergleich mit alten Aufnahmen deutlich wird. Die Arbeitsgemeinschaft dokumentarische Fotografie setzt hier an.  Topografische und architektonische Zustände und Veränderungen bilden das Zentrum unseres Arbeitsfelds.

Morgen wird das Heute schon gestern sein.